Mittwoch, 16. Mai 2012

Dino Riders - Triceratops & Stegosaurus (Tyco 1987)

Nachdem Kenner mit MASK und Coleco mit StarCom Ende der 80er zwei Meilensteine der Miniatur-Actiontoys erschaffen hatten, wartete Tyco mit einer eigenen, abgefahrenen Toyline namens Dino Riders auf. Das Konzept: Eine Truppe hochentwickelter Zeitreisender, namens Valorianer, kämpft auf dem prähistorischen Planeten Erde gegen ein Horde Echsenwesen namens Rulioner. Augetragen wird der Kampf auf buchstäblich bis unter die Zähne bewaffneten Dinosauriern. Begleitet wurde das Ganze von einer Comic- und einer 14-teiligen Zeichentrickserie, die ab 1988 im amerikanischen und ab 1992 auch im deutschen Fernsehen lief.

Besonders bezeichnend ist darin der Hiatus, der Gut und Böse voneinander unterscheidet - mal davon abgesehen, dass es sich bei den Valoriern durchweg um hellhäutige Saubermänner und bei den Ruloniern eben um schleimige Monster handelt. Die Valorianer, die auf die prähistorische Erde durch einen Zeittunnel geraten, sind dazu im Stande mit den Dinosauriern in Form von Telepathie zu kommunizieren, wodurch sie diese als Verbündete gewinnen. Die den Valorianern auf den prähistorischen Planeten Erde gefolgten Rulonier hingegen entwickeln eine Technik, um die Tiere mittels schwerer Metallmasken zu beherrschen. Der Kampf Gut gegen Böse ist vor allem auch ein ideologischer, ob mit der Natur "im inneren" Einklang zu leben ist, oder aber ob diese vielmehr von außen zu beherrschen sei. Dass die Bösewichter unter der Führung von Krulos auf dem Holzweg sein sollen, liegt auf der Hand, da schließlich immer die Valorianer unter Führung von Questar als Gewinner aus den Kämpfen hervorgehen.

Ich persönlich finde natürlich die Bösewichte wiederholt interessanter als die Good Guys. Was sich auch bei meiner kleiner Foto-Session heute wieder bestätigte. Modell standen aus der ersten von insgesamt vier Dino Riders Serien der Stegosaurus, bemannt mit den Valorianern Vega und Tark, und der Triceratops, bemannt mit Hammerhead und Sidewinder. Sowohl die Figuren als auch das Equipment der Bösen sehen einfach wesentlich cooler aus - was nicht heißt, dass nicht auch der Stegosaurus ein saugeiles Toy ist! Beide Großechsen verfügen über einen Laufmechanismus, der durch einen kleinen Schalter auf der Unterseite aktiviert und durch eine Batterie in einem Bauchfach angetrieben wird. Stego hat einen großen, raketenbesetzten Rückenpanzer, an dem die Gondeln für die Figuren eingehängt werden können. An den Hinterläufen trägt er zwei Rüstungsplatten und am Schwanz eine zusätzliche Keule. Triceratops kam ebenfalls mit Rückenpanzer, der mit einem Gummiband unterhalb des Bauchs befestigt werden kann. An Heck und Front befinden sich "schwere" Geschütze, auf dem Rücken zudem eine Satellitenschüssel. Platz finden die Rulonier am Heck und auf dem Rücken des Dreihorns. Als Zubehör der Figuren gab es zudem allerhand Zeug wie Waffenaufsätze, Patronengurte und Backpacks.

Des 80er Kindchens Freud ist des heutigen Sammlers Leid. Dino Riders eroberten die Kinderherzen damals im Sturm - mit donnerndem, mechanischem Getrampel, Battle Sound-Action und - leider, leider - ziemlich leicht (ich möchte nicht sagen billig) verarbeiteten Plastik. So komplex die Toys auch waren, umso anfälliger sind sie heute für Bruchstellen, fehlende Teile und defekte Elektronik. Was für Sammler heute eine echte Mammutarbeit (hah!) bedeutet bzw. ihnen einiges an Barem abverlangt, sofern sie sich in den Besitz kompletter und gut erhaltener Dino Riders bringen wollen.

Ich schätze das ist auch der einzige Grund, warum nicht alle Toy-Geeks Dino Riders sammeln. Ich meine, Dinosaurier-Figuren sind seit je her ein absoluter Dauerbrenner in der Spielzeugbranche und gehören zur Standardaustattung eines jeden Kinderzimmers. Konnte bzw. kann es da überhaupt jemals etwas Großartigeres geben, als mit Laserkanonen ausgestattete Mehrtonner-Echsen? Ich denke nicht.

















  







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