Dienstag, 17. April 2012

Castle Grayskull (Mattel 1983)

Mit Castle Grayskull bzw. der "Burg der Zeitlosen" - wie es auf der EU-Box heißt - schuf Mattel zu Beginn der 80er die Playset-Ikone schlechthin. "Eine Burg der Magie und Geheimnisse für He-Man und seine Freunde." Wobei die Übersetzung nicht ganz zutreffend ist, wo es doch im englischen Original "...for He-Man and his foes", also auch für seine Feinde heißt.

Für die deutschen MotU Kids war Castle Grayskull freilich immer die Herberge des Guten, wozu nicht zuletzt die Storyline der Europa-Hörspiele beitragen sollte. Ursprünglich schien es jedoch anders gedacht. Grayskull ist vielmehr ein Ort der Macht, die an sich neutral ist. Es ist aber eine Frage dessen, wer über sie verfügt, ob sie Gutes oder Böses schafft. Diese Geschichte erzählt auch das Artwork auf der Box, in der offensichtlich Skeletor (rechtmäßiger?) Herrscher über Grayskull ist. Teela, Man-At-Arms, Stratos, He-Man, Zodac und absurderweise Beast-Man sind es, die die "Burg der Zeitlosen" von außen angreifen, um sie in ihren Besitz zu bringen. Auf der Box ist entsprechend vermerkt: "Die Standarte zeigt an, wer die Burg besetzt hat!"

Ich muss sagen, dass mir die Geschichte, wenn sie so erzählt wird, deutlich besser gefällt, als in den Hörspielen und Cartoons, in denen Grayskull mit seiner Herbergsmutter, der (extrem lahmarschigen) Sorceress, als Inbegriff des Guten dargestellt wird. Bei aller Liebe, ich habe es als Kind schon nicht hintereinander bekommen, warum die Kämpfer des Guten ausgerechnet in einem Schloss "zuhause" sein sollen, das im Prinzip dasselbe Antlitz wie ihr alter Erzfeind Skeletor trägt. Eine andere Wahrheit scheint hier näher zu liegen. Nämlich, dass eigentlich Skeletor der rechtmäßige Herrscher Eternias war, bevor ihn die Masters aus dem Zentrum der Macht vertrieben und in die Peripherie, nach Snake Mountain, verbannten. Ähnlich ist es übrigens auch im Edda'schen Mythos, bei dem man für MotU etliche Anleihen machte: Trolle, Riesen, Bestien waren die eigentlichen Herren des Universums, bis die Götter kamen und sie von ihrem Thron stürzten.



Aber kommen wir zum Playset. Das hat nämlich ebenfalls allerhand zu bieten.

Castle Grayskull besteht - sofern es zusammengebaut ist - aus zwei Flügeln, die sich auf- und zuklappen und damit in ein handliches Trageset verwandeln lassen. Wobei man beim Tragen stets auf der Hut sein musste, vorher sämtliche Pappaufsteller und Kleinteile aus dem Innenleben des Schlosses zu entfernen, wenn man diese unterwegs nicht verlieren wollte.

"Die Torbrücke lässt sich öffnen und schließen!" Im Inneren des Schlosses befinden sich zwei bzw. drei Ebenen. Auf der untersten sind Kerker und Waffenkammer. Auf der mittleren ein Kontrollraum und ein Thronsaal (samt Falltür, falls das dienende Volk es einmal wagen sollte, vorm Herrscher aufzumucken). Untere und mittlere Ebene sind durch einen Fahrstuhl verbunden. Auf dem Dach befindet sich ein Aussichtsdeck und ein Lasergeschütz, um feindliche Angriffswellen in die Flucht zu schlagen.


Das Playset kam mit allerhand Zubehör. Neben den besagten Pappaufstellern, die für das ansprechende Ambiente sorgen, gibt es einen Waffenständer mit allerhand Zeugs dran, einen Schlagbock zu Trainingszwecken, sowie eine Leiter, wohl für den Fall, dass der Aufzug mal streiken sollte.


Besonders gelungen finde ich übrigens auch die Rückseite des Schlosses, die einer alten Ritterburg nachempfunden ist.


Natürlich handelt es sich auch bei diesem Playset um einen großen Haufen zerbrechliches Plastik, das nicht für die Ewigkeit geschaffen wurde. Gebrochene oder fehlende Teile bei losen Grayskull Sets sind wohl eher die Regel als die Ausnahme. Ebenso anfällig sind die Scharniere und Verschlüsse. Bei verloren gegangen Pappaufstellern besteht immerhin die Möglichkeit, sie durch Faksimiles zu ersetzen. Umso glücklicher macht es mich da, dass das Set, welches ich für dieses Review ergattern konnte, in einem relativ guten und vor allem vollständigem Originalzustand ist!


Ob vollständig oder nicht: Castle Grayskull ist und bleibt für mich der Inbegriff des 80s Playsets. Den deutschen Namen "Burg der Zeitlosen" finde ich umso passender, da das grüne Burgmonstrum mit dem Totenkopf auch fast 30 Jahre nach seinem Erscheinen nicht ein bisschen von seiner alten Awesomeness eingebüßt hat!











1 Kommentar:

  1. Schönes Review! Lässt Vintage-Herzen höher schlagen. Und alles mit mint-Figuren. Sehr fein!

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